Tutorial Einfache Basis-Seife mit Lavendel-Duft


Diese Seife ist besonders gut als Erstversuch für Anfänger geeignet, da man nur wenige Zutaten benötigt und sie immer gelingt.
Aber auch nach Jahren verwende ich das "25er" Rezept in verschiedenen Varianten immer noch sehr gerne. Wer mag, kann die Seife beduften und färben, oder einfach ganz pur lassen.

Fette/Öle:
25% Kokosöl
25% Palmöl oder Schweineschmalz
25% Olivenöl
25% Öl nach Wunsch (ich habe Sesamöl und Distelöl genommen)

Flüssigkeit:
30% Wasser

Zusätze:
optional: PÖ nach Wunsch, ich habe "Lavendel-Amber" ausgewählt
optional: Kosmetikpigmente nach Wunsch, in meinem Fall Titandioxid und Lila

NaOH:
NaOH für 7% Überfettung (z.B. hier ausrechnen)

(Die Angaben für Flüssigkeiten und Zusätze beziehen sich immer prozentual auf die Gesamtfettmenge)



Ganz wichtig: immer die Sicherheitsregeln beachten!
  • Schutzbrille tragen! Und zwar auch dann, wenn man schon eine Sehhilfe hat, die Schutzbrille passt da noch drüber. Lauge im Auge ist sehr gefährlich und kann zur Erblindung führen.
    Einfache Schutzbrillen gibt es preiswert im Baummarkt.
  • Handschuhe anziehen! Verätzungen auf der Haut sind zwar nicht lebensgefährlich, können aber unschöne Wunden hinterlassen. Doch keine Angst, sollte doch mal etwas auf die Haut kommen, einfach gleich mit Wasser (und Seife) abspülen.
  • Kinder und Haustiere fernhalten! Neugierige Katzen und Kinder müssen draußen bleiben. Bitte sorgt auch dafür, dass niemand in Eure Seifenküche kommt, wenn ihr mal kurz weg geht. Laugengefäße bitte nicht zum Abkühlen raus stellen, wenn Kinder oder Tiere das Gefäß erreichen können.
  • Belüftung! Gute Belüftung sorgt dafür, dass die Dämpfe, die beim Anrühren der Lauge auftreten, abziehen können. Diese Dämpfe sind zwar nicht giftig, können aber die Lunge schädigen.



Wenn ihr in der Küche seifelt, deckt am besten alles mit Zeitungspapier o.ä. ab, das erleichtert die spätere Reiningung.
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Bevor ihr anfangt, stellt euch alle Utensilien bereit: Topf und/oder Kunststoff-Schüssel, Stabmixer, Waage, Laugenbehälter, Rührlöffel, Silikon-Schaber, Küchenrolle, Schutzbrille, Handschuhe...
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Zuerst werden die festen Fette abgewogen und auf dem Herd geschmolzen. Nur solange erhitzen, bis alles flüssig ist, die Fette sollten möglichst nicht zu heiss werden. Falls ihr Schweineschmalz verwendet, erhitzt zunächst die anderen Fette, nehmt den Topf vom Herd und lass das Schmalz im flüssigen Fett schmelzen (das verhindert Braten-Gerüche smiley ).

Anschließend alle flüssigen Öle hinzugeben und auf Handwärme abkühlen lassen.
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Ab jetzt Schutzbrille und Handschuhe tragen!
Das Wasser und das Ätznatron (NaOH) abwiegen. Für das NaOH benutze ich eine Feinwaage, so wird es genauer.

Jetzt wird nach und nach das NaOH in das Wasser geschüttet und vorsichtig umgerührt. Dabei bitte mit langem Arm rühren, den Kopf nicht direkt über das Laugengefäß halten und für Belüftung sorgen. Wenn das NaOH im Wasser ist verlasse ich den Raum, um keine Dämpfe einatmen zu müssen, denn die Lauge wird sehr heiss.
Die Lauge muss jetzt ebenfalls auf Handwärme abkühlen.

Wenn man es sich leichter machen will, kann man Eiswürfel zum Anrühren der Lauge verwenden (-> keine Dämpfe)
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Jetzt sind alle Zutaten vorbereitet.
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Wenn Fette und Lauge ungefähr auf Handwärme abgekühlt sind, wird die Lauge durch ein Kunststoff-Sieb zu den Fetten gegossen. Mit dem Stabmixer mixen, um Öle und Lauge zu emulgieren, das geht normalerweise sehr schnell.

Jetzt rührt man solange mit dem Mixer (zwischendurch immer mal pausieren und per Hand rühren), bis die Masse die gewünschte Konsistenz hat - wenn man marmorieren möchte, sollte sie etwa wie dünne Kartoffel-Suppe sein, ansonsten wie frisch gekochter Pudding.
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Hier wird die Farbe vorbereitet, dazu habe ich das Pigment-Pulver mit etwas Öl vermischt (je nach Pigment muss man evtl. Wasser nehmen, das steht oft auf der Packung). Dann wird ein Teil des Seifenleims zur vorbereiteten Farbe gegeben und gut verrührt.
Andersrum ist es auch möglich, d.h. etwas Seifenleim abfüllen und die Farbe reingeben.

Jetzt ist auch der richtige Moment, das Duftöl unterzurühren. Wenn man ein unproblematisches (nicht andickendes) Duftöl hat, kann man das auch vor dem Färben machen.
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Der Seifenleim wird in die bereitgestellte Form gegossen, zuerst der helle Teil, dann der gefärbte. Anschließend bin ich noch ein paar mal mit einem Drahtbügel durch die Form gegangen, man kann auch einen Löffel, Eßstäbchen, Glasrührstab o.ä. verwenden.
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Der restliche Seifenleim wird gut aus den Rühr-Behältern gekratzt/gelöffelt und auf der Seife verteilt, dann kann man noch nach belieben die Oberfläche gestalten. Bitte versucht, möglichst wenig Reste in den Behälter zu lassen, die Seife ist zu schade für den Abfluss. smiley

Jetzt wird die Seifenform mit einer Klarsichtfolie abgedeckt und warm eingepackt - dazu kann man z.B. alte Handtücher oder Decken verwenden. Ich habe mir für diesen Zweck eine Styropor-Kiste besorgt.

Die Seife muss jetzt ungefähr 1 Tag lang ruhen, in dieser Zeit läuft der Verseifungsprozess ab.
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Am nächsten Tag kann die Seife ausgeformt und in Stücke geschnitten werden. Sie ist jetzt schon schön fest und die Marmorierung gefällt mir sehr.
Die Seifenstücke werden an einem dunklen, luftigen Ort aufgestellt, und dürfen mindestens 6 Wochen reifen. In dieser Zeit wird sie milder und härter, ein Teil des Wassers verdunstet.

Fertig! smiley