Tutorial Honigseife mit Schafmilch


Milch und Honig zusammen in einer Seife, dazu viel Shea, Olivenöl und ein bisschen Kakaobutter...und schon ist ein echtes Luxus-Seifchen fertig. smiley
Für diese Seife habe ich gefrorene Schafmilch zum Anrühren der Lauge genommen. Auf 800g Fettmasse sind 100g (12,5%) Honig dazugekommen.

Fette/Öle:
40% Olivenöl
25% Kokosöl
15% Sheabutter
13% Distelöl high oleic
 7% Kakaobutter
 

Flüssigkeit:
26% Schafmilch

Zusätze:
12,5% Honig
5% warmes Wasser
2,5% PÖ "Scottish Blossom Honey"
2 TL Salz pro 800g
Titandioxid

NaOH:
NaOH für 7% Überfettung (z.B. hier ausrechnen)

(Die Angaben für Flüssigkeiten und Zusätze beziehen sich immer prozentual auf die Gesamtfettmenge)



Ganz wichtig: immer die Sicherheitsregeln beachten!
  • Schutzbrille tragen! Und zwar auch dann, wenn man schon eine Sehhilfe hat, die Schutzbrille passt da noch drüber. Lauge im Auge ist sehr gefährlich und kann zur Erblindung führen.
    Einfache Schutzbrillen gibt es preiswert im Baummarkt.
  • Handschuhe anziehen! Verätzungen auf der Haut sind zwar nicht lebensgefährlich, können aber unschöne Wunden hinterlassen. Doch keine Angst, sollte doch mal etwas auf die Haut kommen, einfach gleich mit Wasser (und Seife) abspülen.
  • Kinder und Haustiere fernhalten! Neugierige Katzen und Kinder müssen draußen bleiben. Bitte sorgt auch dafür, dass niemand in Eure Seifenküche kommt, wenn ihr mal kurz weg geht. Laugengefäße bitte nicht zum Abkühlen raus stellen, wenn Kinder oder Tiere das Gefäß erreichen können.
  • Belüftung! Gute Belüftung sorgt dafür, dass die Dämpfe, die beim Anrühren der Lauge auftreten, abziehen können. Diese Dämpfe sind zwar nicht giftig, können aber die Lunge schädigen.


Die Seife enthält recht viel Honig, dieser sorgt dafür, dass sich die Seife stark aufheizt. Deswegen sollte man kühl arbeiten und die Seife nicht isolieren, bzw. den Seifenleim in Einzelformen gießen.

Am besten stellt man die Seife kühl auf (im Winter nach Draussen und im Sommer in den Kühlschrank -> Achtung, gut einpacken und kennzeichnen!), um die Gelphase zu verhindern. Anfänger können auch mit der halben Menge Honig anfangen.



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Die festen Fette (Kokosöl, Sheabutter und Kakaobutter) werden abgewogen und geschmolzen, dann werden die flüssigen Öle (Olivenöl, Distelöl) abgewogen und dazugegeben. Die Fett-Öl-Mischung muss nun auf Handwärme abkühlen, in der Zwischenzeit kann man die anderen Zutaten vorbereiten.
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Der Honig wird mit dem warmen Wasser vermischt - das sorgt dafür, dass der Honig weniger zähflüssig ist, und sich später besser unterühren lässt. Das Salz wird in der Honig-Wasser-Mischung aufgelöst.

Die Schafmilch habe ich ein paar Tage vorher eingefroren, sie wird jetzt ebenso wie das NaOH abgewogen.

Ab jetzt Schutzbrille aufsetzen und Handschuhe anziehen!
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Jetzt gibt man das NaOH zur gefrorenen Milch, und rührt vorsichtig um. Am Anfang rührt es sich sehr schlecht, je mehr Milch schmilzt, umso leichter geht es. So lange rühren, bis alles schön aufgelöst ist, die Flüssigkeit wird nur wenig warm.
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Wenn Fette und Lauge auf Handwärme (besser noch etwas kühler)) abgekühlt sind, kann die Verseifung beginnen. Milchlauge sollte immer durch ein Sieb zu den Fetten gegeben werden, da man nur schlecht sieht, ob wirklich alles NaOH gelöst ist.
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Mit dem Püriertstab wird nun die Lauge mit den Fetten emulgiert, nach und nach wird die Mischung immer dicker. Zwischendurch sollte man dem Pürierstab auch mal eine Pause gönnen. smiley

Wenn die Rohseife schön cremig gerührt ist, gibt man die Honig-Wasser-Mischung und das Parfümöl hinzu, auf dem letzen Bild kann man jetzt schon sehen, das die Farbe etwas dunkler geworden ist.
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Ich habe mich kurzfristig entschlossen, dass die Seife leicht marmoriert sein soll. Durch das Parfumöl und den Honig wird sie braun werden - also färbe ich einen Teil der Seife mit Titandioxid heller.
Den gefärbten Seifenleim gieße ich wieder zurück in den Topf und rühre ein wenig um.
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Der Seifenleim wird jetzt langsam in die Form gegossen, je nachdem wie man das macht, wird die Marmorierung unterschiedlich ausfallen. Diese Art Marmorierung nennt man "Topf-Swirl", es handelt sich um die einfachste Möglichkeit, einer Seife Farbe zu geben.

Nach ein paar Minuten ist der Seifenleim schon dick genug, um die Oberfläche zu formen.


Die Seife darf jetzt ca. 24 Stunden "schlafen", in dieser Zeit findet der Verseifungsprozess statt.
Ich habe die Seife nicht isoliert und kühl gestellt.
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Am nächsten Tag: die Seife lässt sich leicht aus der Form nehmen, zum Schneiden ist sie allerdings noch zu weich.
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Einen weiteren Tag später kann ich die Seife in handliche Stücke schneiden. Dadurch, dass sie keine Gelphase durchgemacht hat und den vielen Honig, ist sie auch jetzt noch ziemlich weich. Im Laufe der Reifezeit (mind. 6 Wochen) wird sie schön fest werden.

Fertig! smiley