Tutorial Bubbles-Seife


Ich wollte mal wieder ein paar edlere Fette verseifen: Babassu, Sheabutter, Kakaobutter, Jojoba... eine supermilde, cremige Seife sollte es werden.
Dazu gehört für mich auch eine große Portion Olivenöl. Für den cremigen Schaum musste auch noch ein Milchprodukt rein, ich entschied mich für Buttermilch.

Auf Duft habe ich verzichtet, aber dafür sollte sie schön bunt werden - mit lauter kleinen roten und orangenen Seifenkügelchen drin.

Fette/Öle:
28% Olivenöl
20% Babassuöl
14% Erdnußöl
10% Sheabutter
10% Sesamöl
7% Kakaobutter
7% Kokosöl
4% Jojobaöl

Flüssigkeit:
20% Wasser
15% Buttermilch

Zusätze:
1% Salz
Titandioxid, Kosmetikpigment Ultramarinblau, Kosmetikpigment Ultramarinviolett

NaOH:
NaOH für 7% Überfettung (z.B. hier ausrechnen)

(Die Angaben für Flüssigkeiten und Zusätze beziehen sich immer prozentual auf die Gesamtfettmenge)



Ganz wichtig: immer die Sicherheitsregeln beachten!
  • Schutzbrille tragen! Und zwar auch dann, wenn man schon eine Sehhilfe hat, die Schutzbrille passt da noch drüber. Lauge im Auge ist sehr gefährlich und kann zur Erblindung führen.
    Einfache Schutzbrillen gibt es preiswert im Baummarkt.
  • Handschuhe anziehen! Verätzungen auf der Haut sind zwar nicht lebensgefährlich, können aber unschöne Wunden hinterlassen. Doch keine Angst, sollte doch mal etwas auf die Haut kommen, einfach gleich mit Wasser (und Seife) abspülen.
  • Kinder und Haustiere fernhalten! Neugierige Katzen und Kinder müssen draußen bleiben. Bitte sorgt auch dafür, dass niemand in Eure Seifenküche kommt, wenn ihr mal kurz weg geht. Laugengefäße bitte nicht zum Abkühlen raus stellen, wenn Kinder oder Tiere das Gefäß erreichen können.
  • Belüftung! Gute Belüftung sorgt dafür, dass die Dämpfe, die beim Anrühren der Lauge auftreten, abziehen können. Diese Dämpfe sind zwar nicht giftig, können aber die Lunge schädigen.


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Vorbereitung: Ein paar Tage vorher rolle ich viele kleine Kugeln aus den Schnittabfällen der OHP-Rosen-Seife. OHP-Seifen sind besonders gut für so etwas geeignet, weil sie nach dem Sieden eine schöne weiche Konsistenz haben.
Die Seife sollte dazu allerdings recht frisch sein, am besten macht man das innerhalb von ein paar Tagen nach dem Sieden.
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Zuerst werden die festen Fette abgewogen und auf dem Herd zum Schmelzen gebracht.
Die flüssigen Öle werden dazugegossen.
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Hier noch mal die Zutaten meiner Seife: Fette und Öle, destilliertes Wasser in Form von Eiswürfeln, Buttermilch mit Salz und Titandioxid vermischt. Ganz rechts sieht man meinen "Schmierzettel", auf dem ich alles notiere (später drucke ich mir die Seite vom Seifenrechner aus und hefte sie ordentlich ab). Jetzt kann der eigentliche Verseifungsprozeß losgehen.


Ab jetzt Schutzbrille und Handschuhe tragen!
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Das NaOH wird abgewogen. Wie man sieht, mache ich das in der Spüle. Falls etwas daneben geht, kann ich es einfach wegspülen.
Die abgewogenen Eiswürfel kommen in meinen Laugenbecher, anschließend wird das NaOH darauf geschüttet und mit einem Plastiklöffel umgerührt.


Das Lösen von NaOH im Wasser ist eine exotherme Reaktion, d.h. es entsteht Wärme und die Eiswürfel lösen sich auf. Die Lauge wird nur handwarm, hätte ich zimmerwarmes Wasser zum Anrühren verwendet, hätte die Lauge leicht 70°C und mehr erreicht!
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Jetzt wird die Lauge durch ein Plastiksieb in die Fette gegossen - davon gibt es leider kein Bild (ich habe ja nur 2 Hände smiley ).
Ich fange nun an, mit dem Stabmixer zu rühren - die Masse wird undurchsichtig, eine Emulsion entsteht.
Zwischendrin sollte man dem Mixer mal eine Pause gönnen und per Hand rühren.
Die gelbe Farbe des Seifenleims kommt vom hohen Anteil an Olivenöl - der sorgt auch dafür, dass die Seife nur langsam andickt.
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Inzwischen rühre ich die Pigmente mit ein bisschen Buttermilch an. Man kann auch Sahne, Wasser, Öl... nehmen - je nachdem, ob die Pigmente wasser- oder öllöslich sind.
Die Pigmente werden mit Seifenleim vermischt. Achtung: durch den gelblichen Seifenleim werden die Farben verändert, aus dem Blau wird ein Grünton.
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Jetzt ist die Seife bereit, um abgefüllt zu werden: Ich gieße einen Teil des naturfarbenen Seifenleims in meine Form und streue ein paar Seifenkugeln darauf.
Nun kommt eine weitere Schicht Seifenleim darauf und noch ein paar Kugeln rein. Ich hoffe, dass die Kügelchen sich einigermaßen gleichmäßig verteilt haben... genau werde ich es erst beim Schneiden der Seife wissen.
Als nächstes gieße ich die gefärbten Seifenportionen in die Form, zuerst violett, dann "blau".
Zum Schuß kommt noch der Rest vom ungefärbten Leim oben drauf.
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Der Deckel kommt auf die Form, ich verpacke das ganze jetzt noch in Handtücher, damit die Seife schön warm bleibt.
Am nächsten Tag: Die Seife ist doch noch ausreichend fest geworden, ich kann sie also schon ausformen. Die Eisverpackung musste ich dazu aufschneiden.
Sie duftet leicht nach dem Babassuöl - lecker!