Tutorial Aussalzen


Was tun mit all den Seifenschnipseln, unschönen Stücken, misslungenen Seifen und Resten? Man kann sie wegwerfen - oder man salzt sie aus!
Beim Aussalzen werden alle Verunreinungen, Zusätze, Laugenüberschüsse, das Glycerin usw. aus der Seife entfernt, übrig bleibt die reine Kernseife.

In meinem Fall zeige ich euch kein komplettes Aussalzen, denn um eine wirklich reine Kernseife zu erhalten, müsste man vorher die freien Fette (Überfettung) verseifen, also noch NaOH zugeben.

Fette/Öle:
Seifeschnipsel, Reste ...

Flüssigkeit:
Wasser

Zusätze:
Salz

(Die Angaben für Flüssigkeiten und Zusätze beziehen sich immer prozentual auf die Gesamtfettmenge)



Ganz wichtig: immer die Sicherheitsregeln beachten!
  • Schutzbrille tragen! Und zwar auch dann, wenn man schon eine Sehhilfe hat, die Schutzbrille passt da noch drüber. Lauge im Auge ist sehr gefährlich und kann zur Erblindung führen.
    Einfache Schutzbrillen gibt es preiswert im Baummarkt.
  • Handschuhe anziehen! Verätzungen auf der Haut sind zwar nicht lebensgefährlich, können aber unschöne Wunden hinterlassen. Doch keine Angst, sollte doch mal etwas auf die Haut kommen, einfach gleich mit Wasser (und Seife) abspülen.
  • Kinder und Haustiere fernhalten! Neugierige Katzen und Kinder müssen draußen bleiben. Bitte sorgt auch dafür, dass niemand in Eure Seifenküche kommt, wenn ihr mal kurz weg geht. Laugengefäße bitte nicht zum Abkühlen raus stellen, wenn Kinder oder Tiere das Gefäß erreichen können.
  • Belüftung! Gute Belüftung sorgt dafür, dass die Dämpfe, die beim Anrühren der Lauge auftreten, abziehen können. Diese Dämpfe sind zwar nicht giftig, können aber die Lunge schädigen.


Zunächst werden die Seifenreste zerkleinert: entweder in kleine Stückchen schneiden oder auf der Käsereibe reiben. Dabei gilt: je kleiner die Stücke, umso schneller lösen sie sich nachher auf.
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Ich habe meine Seifenreste in mehr oder weniger kleine Stückchen geschnitten.
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Jetzt werden sie mit Wasser übergossen (ungefähr doppelt so viel Wasser wie Seife), und langsam erhitzt.
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Man sieht schön, wie sich die Seife langsam im Wasser auflöst.
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Alle Seifenreste sind aufgelöst, jetzt kann das Salz hinzugegeben werden. Langsam soviel Salz hinzugeben, bis man sieht, wie sich die Seife von der Flüssigkeit trennt.
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Nochmal schön aufkochen lassen - langsam trennt sich die Seife vom Rest.
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Die Kernseife setzt sich ab...
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... oben schwimmt der Seifenkern, unten ist das Wasser mit den ganzen "Abfallstoffen", die Unterlauge.
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Jetzt kann man die Seife im Topf abkühlen lassen und später als ganzes abheben. Dann kann man nochmal aussalzen oder man belässt es beim einmaligen Aussalzen - je nach persönlichem Geschmack und Verwendungszweck der Seife.

Ich möchte aber gleich nochmal aussalzen, darum schöpfe ich die Seife ab, übrig bleibt die klare, rötlich - braune Unterlauge.
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Zweiter Aussalzvorgang: Die Seife wird wieder in reichlich Wasser aufgekocht. Das kochen ist wichtig, damit die Seife richtig "durchgewaschen" wird.
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Wieder Salz dazu, nochmal gut durchkochen und abschöpfen. Die Unterlauge ist nun schon viel heller.
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Dritter Aussalzvorgang: hier habe ich das Salz schon hinzugefügt.
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Zum Dritten und letzen Mal habe ich die Seife abgeschöpft.
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Die Seife kommt nun in eine Form und darf jetzt auskühlen und fest werden.


Ich hätte auch noch öfter aussalzen können, dann wäre sie wahrscheinlich irgendwann weiss geworden.
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Und so sieht die ausgesalzene Seife fertig geschnitten aus. Sie enthält noch recht viel Wasser, darum muss sie jetzt ein paar Tage ruhen, damit das Wasser verdunsten kann.

Und wozu das ganze? Mit der Seife kann man jetzt z.B. Putzen, Wäsche waschen, den Fußboden wischen....